Lavin–Guarda–Ftan
Eine leichte Herbstwanderung mit grandiosem Panorama durch die goldenen Lärchenwälder des Unterengadins, die lange in Erinnerung bleibt.
Von Lavin nach Ftan über die Sonnenterrasse
Wenn im Oberengadin Anfang November die Lärchen ihre gelbe Nadeltracht schon verloren haben, gibt es im Unterengadin noch eine zweite Chance. Diese Wanderung auf der Via Engiadina ist zu jeder Jahreszeit schön; im Spätherbst aber ganz besonders, wenn azurblauer Himmel, erster Schnee auf den Gipfeln und gelbe Lärchen zusammen einen unglaublichen Kontrast bilden.
Der Weg zieht von Lavin (1413 m) gemütlich und mit grossem Panorama bergauf, bis man schon bald nach Guarda (1653 m) gelangt, einem der schönsten Bündner Dörfer mit seinen dicken, weiss gekalkten Engadinerhäusern, Sgraffito-Fassaden, dem Dorfbrunnen auf der Plazzetta und engen Kopfsteingassen. Von dort erst über offene Wiesen, dann über Bos-cha und durch den Wald hinüber nach Ardez. Wer möchte, kann hier bereits ins Postauto und zurück zur RhB-Linie; der weitere Weg nach Ftan (1633 m) lohnt sich aber: Das Panorama wird immer noch besser, mit den Gipfeln des Schweizerischen Nationalparks ständig im Blick, dem Piz Lischana im Rücken. Dazu kommt man an der Ruina Chanoua vorbei, einem mittelalterlichen Bündner Wohn- und Gesellschaftshaus, und immer wieder öffnen sich schöne Tiefblicke in die Seitentäler.
14,2 Kilometer, 615 Höhenmeter im Aufstieg, 405 im Abstieg, technisch T2. Die vier Stunden reine Gehzeit sind sportlich gerechnet; wer gemütlich unterwegs ist, Fotos macht und Pausen einlegt, braucht locker das Doppelte. Eine schöne Variante ist, in Guarda zu übernachten (sehr zu empfehlen: das Hotel Meisser) und die Tour auf zwei Tage zu verteilen. Und wer nach der Ankunft in Ftan noch etwas Zeit hat, kann vor der Rückfahrt im Bogn Engiadina in Scuol baden.
Tipp: Die Lärchen stehen im November noch gelb, bis der erste stärkere Regen die Nadeln zum Hängen und Fallen bringt. Wer sicher gehen will, schaut vor der Abreise auf die Webcam von Bos-cha.
Wie es bei mir war
Meine Mama war zu Besuch, und obwohl sie mit ihren 75 Jahren noch sehr gut zu Fuss ist, war sie doch schon lange nicht mehr in den Bergen gewesen. Wir wollten also eine Wanderung mit „Berggefühl” und viel Panorama, aber mit weniger als zehn Kilometern am Tag, nicht zu schwierig und nicht zu vielen Höhenmetern. Im November ist die Auswahl nicht mehr allzu gross, aber diese Tour hat wirklich gehalten, was sie verspricht.
Gestartet sind wir in Susch, mochten aber beide das Stück bis Lavin nicht so gerne wie den Rest der Wanderung: teilweise zu steil, und vor allem war die Strasse sehr laut und man hatte das Gefühl, direkt neben ihr zu laufen. Besser startet man in Lavin, da beginnt dann auch der landschaftlich schönere Teil.
Diese Tour gemeinsam gehen?
Bald führe ich kleine Gruppen. Lass deine Mailadresse da, dann schreibe ich dir, sobald ein Termin für diese Wanderung steht.