Die helle Kalkwand des Grossen Mythen über grünen Frühlingswiesen, gesehen vom Talboden bei Brunni.
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5. September 2026

Wysswändli

Mehrseillängentour durch die Westflanke des Grossen Mythen — elf kurze Längen über Rinnen, Kamine und Grasbänder bis zur Mythenmatt.

Elf kurze Längen durch die Westwand

Vom Wysswändli sieht man beim Zustieg vor allem den vorgelagerten Felsturm — und denkt, das könne kaum gehen. Tatsächlich führt die Linie rechts davon durch ein System von Rinnen, Kaminen und Grasbändern, das für die Steilheit des Geländes erstaunlich gutmütig bleibt. Elf kurze Seillängen, rund zweieinhalb Stunden, Kletterei im dritten Grad: nichts, was einen an die Grenze bringt, aber durchgehend Gelände, in dem man den Kopf beisammenhalten muss.

Oben endet die Route auf der Mythenmatt. Von dort geht es über das Rot Grätli weiter auf den Gipfel des Grossen Mythen — die logische Fortsetzung, und der Grund, warum man das Wysswändli selten allein macht. Wer den ganzen Tag will, hängt vorher noch das Adlerspitzli und das Ruchband an.

Das Gelände ist gestuft und grasdurchsetzt, und genau das ist der Haken: Nass ist hier vieles heikler, als es aussieht. Ein paar trockene Tage vorher machen den Unterschied zwischen einer genussvollen und einer unangenehmen Tour.

Tipp: Der Zustieg ab Brunni ist kurz, der Abstieg vom Gipfel über den Normalweg lang und im Sommer voller Leute. Früh starten lohnt sich doppelt.

Titelbild: Chris.urs-o, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons.