Türkisblauer Bergsee unter rostroten Hängen mit Schneeresten und gezackten Graten.
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10.–12. September 2022

Valle Leventina

Eine mehrtägige Herbsttour durch die Tessiner Valle Leventina – von Hütte zu Hütte über weite Alpen und stille Bergseen.

Klettern und Zelten in der Valle Leventina

Eine mehrtägige Kletter- und Zelttour im stillen Hinterland der Leventina. Von Ambrì-Piotta steigt man in rund drei Stunden zur schön gelegenen Capanna Leit auf — der Gneis unterwegs glitzert, und eine gewaltige Marmorfalte zieht durch den Fels. Über einen kurzen, steilen Aufstieg geht es zum Pass und hinüber zur Alpe Lei di Cima, von wo sich der Lago di Morghirolo auftut: ein leuchtend türkiser Fleck in einer rauen, grauen Landschaft. Rund um den See und bei Piano di Lei liegen die Kletterrouten und Mehrseillängen der Capanna Campo Tencia.

Tipp: Zeltplatz mit Bedacht wählen. Über den Wänden am Tre Corni geht Steinschlag ab — mit sicherem Abstand zu den Schutthängen aufstellen. Der schönere, wärmere Platz liegt weiter unten am Bach, mit einem Kletterblock gleich daneben.

Wie es bei mir war

Es war die ganze Tour über kalt, gefühlt durchgehend unter zehn Grad, aber wunderschön. Das erste Nachtlager schlugen wir etwas oberhalb des Lago di Morghirolo auf und übten abends noch Abseilen und ein paar Routen. Nachts weckte uns eine unglaublich laute Steinlawine, die direkt über dem Zelt den Schutthang herunterkam — wir sprinteten raus und suchten hinter grossen Blöcken Schutz, sahen die Funken, wo Steine aufeinanderschlugen, und bekamen Staub ins Gesicht. Dem Zelt passierte nichts; am Morgen sahen wir, dass die grossen Brocken bis etwa 50 Meter davor liegen geblieben waren. Wir zogen noch in der Nacht 500 Meter weiter hinter einen grossen Felsen um. Am nächsten Tag kletterten wir Mehrseillängen und einfache Sportrouten, stiegen ein Stück ab und zelteten herrlich neben dem Bach, mit einem Block voller guter Viererrouten direkt daneben. Der Abstieg am letzten Tag führte durch Lärchenwälder und Alpen, schon sehr herbstlich — die Wegzeit schafften wir knapp, aber wir sind auch fast gerannt. Eine wirklich schöne, kalte Tour.