Eine verwitterte Holzbank auf einem grasigen Aussichtspunkt mit Blick über den Lago Maggiore und das Delta von Locarno, ringsum dunstige Berge.
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19. Juli 2026

Pizzo Leone

Eine heisse Angelegenheit: diese schöne Wanderung bringt einen auch früh und spät im Jahr ins Schwitzen. Eine lange Runde über dem Lago Maggiore mit grandiosen Ausblicken.

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Geduld schlägt Tempo

Der Pizzo Leone ist auf dem Papier ein harmloser T2: gut 25 Kilometer, keine Hände nötig, nichts Ausgesetztes. Doch die Zahlen verschweigen das Wesentliche — die Runde startet praktisch auf Seehöhe und hört danach sehr lange nicht mehr auf zu steigen. 1900 Höhenmeter am Stück, die man am nächsten Morgen ehrlich spürt.

Der Aufstieg zieht sich steil durch schattigen Kastanienwald bergan — nicht technisch, einfach unerbittlich. Weite Strecken liegen auf losem Geröll: im Gehtempo völlig in Ordnung, im Laufschritt ein ständiges Nachkorrigieren. Diese Tour belohnt Geduld, nicht Tempo. Und wer geht statt läuft, hat Zeit, sich umzusehen — was sich hier besonders lohnt.

Denn oben reisst der Wald auf, und da liegt der Lago Maggiore, breitet sich aus und zieht sich nach Süden bis nach Italien, bis er im Dunst verschwindet. Der schmale Grasgrat darüber ist das Herzstück der Runde: weiter Blick nach beiden Seiten, an einem klaren Tag absurd weit, an einem diesigen fast noch schöner.

Tipp: Frühling und Herbst, nicht Sommer! Die Route liegt tief, an Südhängen, über einem See, der im Juli eine hervorragende Heizkörper-Imitation abliefert. Im April oder Oktober dagegen ist sie fast perfekt — kühl im Wald, warm am Grat, dazu das Tessiner Herbstlicht. Und mehr Wasser mitnehmen, als die Distanz vermuten lässt: unterwegs gibt es kaum welches.

Wie es bei mir war

Ich bin in Laufschuhen losgezogen, mit Weste und Trinkflaschen, fest entschlossen, einen Lauf daraus zu machen — und habe dann das meiste gewandert. Zu steil, das Geröll zu lose; alle, die ich an dem Tag gesehen habe, sind ebenfalls gegangen. Am schönsten war der Moment, als der Wald aufriss und der See an diesem diesigen Tag einfach ins Nichts auslief, wie ein Bild, das jemand nicht fertig gemalt hat. Unten wartete noch ein Kaffee bei einer alten Steinruine und ein Bad in den kühlen Gumpen. Sieben Stunden, eine ordentliche Mittagspause — und Beine, die den nächsten Tag genau wussten, wo sie gewesen waren.

Diese Tour gemeinsam gehen?

Bald führe ich kleine Gruppen. Lass deine Mailadresse da, dann schreibe ich dir, sobald ein Termin für diese Wanderung steht.

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