Lachender Kletterer mit Helm an der grauen Westwand des Chaiserstock, tief unten grünes Tal, Seespiegel und gestaffelte Bergketten.
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6. September 2026

Mehrseillänge Chaiserstock

Eine Plaisir-Mehrseillängenroute über dem Riemenstaldnertal — «Die Verschlossene», sieben Längen im Grad 5c an der Westwand des Chaiserstock (2515 m), mit Gipfelgang und Abstieg über die Rossstocklücke.

Sieben Längen über dem Riemenstaldnertal

Der Chaiserstock (2515 m) schliesst das Riemenstaldnertal nach Süden ab, und seine Westwand ist ein stilles Klettergebiet: weit genug von jedem Parkplatz entfernt, dass es nie voll wird. Vom Bähnli am Chäppeliberg führt der Zustieg in gut anderthalb Stunden über Alpweiden und Schutthänge hinauf; kurz vor dem Chasertor liegt der Einstieg.

«Die Verschlossene» nimmt sieben Seillängen im Grad 5c. Die erste ist mit Abstand die schwerste — wer den Einstieg schafft, hat die Route im Sack, denn die übrigen 5c-Längen fühlen sich merklich zahmer an. Danach ist es reines Plaisir: oft steil, aber mit grossen Griffen, kurze Längen auf gutem Fels, und Kletterei, die einfach Spass macht.

Der Ausstieg liegt am Grat, von dort sind es nur noch ein paar Minuten zu Fuss auf den Gipfel — und der lohnt sich unabhängig von der Kletterei, mit einem Panorama über die Schwyzer und Urner Ketten. Für den Abstieg gibt es zwei Varianten: zurück ins Riemenstaldnertal oder über die Rossstocklücke hinunter nach Biel im Schächental. Die zweite ist die entspanntere, weil die Busse dort abends deutlich länger fahren.

Tipp: Sehr früh starten. Das Bähnli am Chäppeliberg ist an sonnigen Wochenenden schnell überlaufen, mit Wartezeiten bis zu einer Stunde — der Zug ab Zürich um 6.05 Uhr löst das Problem elegant.

Wie es bei mir war

Nach 2.5 Stunden Kletterei standen wir am Grat, mit einer sehr angenehmen Seilschaft aus zwei Frauen vor uns, die uns das Tempo vorgab. Der Gang hinüber zum Gipfel war die Zugabe, die niemand auslassen sollte — die Aussicht ist grossartig, und der Weg dorthin für sich genommen schon eine Wanderung wert. Abgestiegen sind wir über die Rossstocklücke nach Biel, insgesamt acht Stunden. Zwei Liter Wasser waren an diesem heissen Septembertag definitiv am unteren Limit.