Druesberg
Ob als Trailrun oder Wanderung: die Höhenmeter lohnen sich! Die aussichtsreiche Gratüberschreitung zum Forstberg und schöne Kraxelstellen machen diese Tour zu einem Genuss.
Der Berg, der einer Decke den Namen gab
Der Aufstieg dem Weglosenbach entlang ist steil und bleibt es lange. Auf halber Höhe steht die Druesberghütte: Hier lässt sich Wasser auffüllen, die Wirtsleute sind ausgesprochen nett, und wer Zeit hat, trinkt einen Kaffee, bevor es weitergeht. Danach ziehen die Weiden am Chalberstöckli hinauf, die letzten Meter zum Gipfel werden felsig und geröllig, aber oben wartet ein grosses Panorama.
Statt auf demselben Weg zurückzukehren, führt die Runde westwärts über den Grat zum Forstberg. Der Pfad quert unter Felswänden hindurch, ein paar kurze Kletterstellen sind mit Ketten gesichert, und dazwischen liegt ein Trail, wie man ihn selten findet. “Flowtrail” hätte hier erfunden werden können, es macht einfach Spass! Danach flacht der Rücken über den Gross Stärnen ab, und auch der Abstieg ist noch einmal schön: unter dem Trittlipass durch zum Seeblisee und über die Fuederegg durch Wald und Wiesen zurück nach Weglosen.
Der Grat schaut die ganze Zeit ins Weite. Gegenüber stehen die beiden Mythen als scharfe Pyramiden über dem Talkessel von Schwyz, dahinter liegt der Vierwaldstättersee. Im Süden staffeln sich die Urner Alpen bis zu den Firngipfeln, im Osten die Glarner — und bei klarer Sicht steht ganz hinten der Säntis.
Der Berg hat einer ganzen geologischen Decke den Namen gegeben. Die Drusberg-Decke ist eine der klassischen helvetischen Decken — ein Gesteinspaket, das bei der Alpenbildung um Kilometer nach Norden geschoben wurde, und die Runde bleibt den ganzen Tag in ihr. Am schönsten zeigt sich das am eindrücklich gefalteten Gestein, aber auch am Seeblisee: Der See hat keinen oberirdischen Abfluss, sondern liegt in einer geschlossenen Karstsenke, und das Wasser verschwindet nach unten.
Tipp: Früh starten. Der steile Aufstieg liegt am Morgen im Schatten des Berges, und genau dort will man ihn haben. Die vier Stunden sind eine Laufzeit; wer die Runde wandert, plant besser das Doppelte ein.
Wie es bei mir war
Melissa und ich sind früh los und legten auf der Druesberghütte eine kleine Pause ein, nicht schlecht bei einem so steilen Anstieg. Dabei hatten wir nur je eine Trailrunning-Weste mit leichter Jacke, zwei Gels und einem Liter Wasser, und das hat vollkommen gereicht. Bergauf arbeitete der Kreislauf auf Hochtouren, bergab meldeten sich die Beine. Aber der Trail zwischen Druesberg und Forstberg war einer der besten, die wir je gelaufen sind.