Ein Bergsteiger mit rotem Rucksack steigt über den letzten Felsgrat zum Gipfelkreuz des Clariden.
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25.–26. August 2022

Clariden

Eine klassische Hochtour auf den Clariden (3267 m) zwischen Uri und Glarus. Ein langer Gletschertag zum breiten Firngipfel mit weitem Blick über die Zentralalpen.

Über den Claridenfirn auf den Clariden

Eine grosse Zweitagestour im Übergangsbereich zwischen Wandern und Hochtour (WS). Vom Klausenpass steigt man zunächst weglos in Richtung Iswändli auf — die Spur ist gut, sobald man sie gefunden hat. Über das Iswändli geht es mit einem kleinen Bogen um die Spaltenzone weiter, dann über einen schuttigen Vorgipfel (T4) zum Hauptgipfel. Die Schlüsselstelle liegt zwischen den beiden Gipfeln: entweder ein kurzes Stück über abschüssigen Gletscher (mit Bohrhaken) oder oberhalb über ein ausgesetztes Gratstück (T5+). Der Abstieg führt über den Claridenfirn — angeseilt und mit Bremsknoten — hinunter zum Wanderweg beim Klausenpass-See und weiter zur Claridenhütte.

Tipp: Die Tour ist länger, als sie aussieht — den Aufstieg grosszügig kalkulieren und für den Claridenfirn Gletscherausrüstung mitnehmen. Wer die letzte Bahn am Fisetenpass verpasst, ist in der Claridenhütte bestens aufgehoben.

Wie es bei mir war

Wir fuhren um sechs ab Zürich nach Altdorf und mit dem Bus auf den Klausenpass, verloren an der Kapelle erst mal den Weg (er ging weiter links) und brauchten dann, beide nicht sonderlich fit, gute acht Stunden bis zum Iswändli. Oben war alles schneefrei, der Zeltplatz zwischen den Gipfeln grandios. Auf dem Gipfel standen wir um zwei; die kurze Kraxelei zwischen den Gipfeln war für mich mentale Grenze. Der Claridenfirn zog sich: angeseilt über eine grosse Spaltenzone in der Mitte, links zu heikel, also am Rand vorbei, und erst um halb sieben am blau-weissen Wanderweg. Für den Fisetenpass war es zu spät, also zur Claridenhütte — eine wunderschöne Hütte mit netten Leuten am Tisch, und sie halten pelzige Hühner. Am nächsten Tag zum Fisetenpass, Gämsen und Murmeltiere unterwegs, dann mit der Bahn zum Urnerboden. Eine sehr schöne Tour, nur länger als gedacht.