Bristen
Wer etwas Anspruchsvolles sucht, ist auf dem Bristen richtig: luftiges Kraxeln und Ausblicke, die kaum schöner sein könnten.
Der ikonische Urner Gipfel
Der Bristen ist einer dieser Berge, die man schlicht nicht übersehen kann — er ragt über das Reusstal und das Maderanertal, als würde er sich für die Rolle des “ikonischen Urner Gipfels” bewerben, und ehrlich gesagt: Er macht den Job gut. Der Haken ist, dass der Weg nach oben ein ordentliches Unterfangen ist — die meisten teilen ihn deshalb auf zwei Tage auf. Das Postauto bringt dich nach Bristen Kohlplatz, von dort steigt ein wunderschöner Weg an kleinen Schluchten entlang zum Chli Bristen hinauf. Direkt am Chli Bristen gibt es kaum Platz zum Zelten, also biwakieren die meisten unten beim Bristensee — und das sind schon rund 1400 Höhenmeter.
Der zweite Tag ist der ernste. Zum Gipfel geht es über den Nordwestgrat: ausgesetzt, mit kurzen Kletterstellen (II) und Passagen, in denen der Weg ganz aufhört und man sich seine eigene Linie durch die Schrofen sucht. Eine echte T5+, nichts für jemanden, der unsicher auf den Füssen ist oder den Tiefblick scheut. Wer es nach oben schafft, wird mit einer der besten Aussichten weit und breit belohnt — voller Rundumblick vom Tödi über die Glarner bis tief in die Urner Alpen.
Tipp: Such dir einen Tag mit stabilem Wetter aus. Beim Abstieg warten ausserdem ein Stück Kuchen auf der Bristenseehütte und ein Bad im herrlich kühlen Bristensee, bevor der lange, zähe Abstieg nach Bristen (Dorf) folgt.
Wie es bei mir war
Für mich gehört der Bristen zu den absoluten Lieblingstouren in den Schweizer Alpen. Zwei grosse Tage, ein ernsthafter Grat, oben dieser Rundumblick — und als Belohnung ein Stück Kuchen auf der Hütte und ein Sprung in den eiskalten Bristensee, bevor die müden Beine ins Tal tragen. Wenn das Wetter mitspielt, bleibt einem diese Tour lange in Erinnerung.