Brienzer Grat
Zwei Tage durchgehendes Panorama über dem Brienzersee. Der lange, grasige Grat vom Brünig bis zur Harder Kulm ist eine der grossen Voralpen-Überschreitungen, ausgesetzt und hoch über dem See.
Über den ganzen Brienzer Grat
Der Brienzer Grat ist eine der grossen Gratüberschreitungen der Voralpen: von Brünig-Hasliberg in zwei langen Tagen über Wilerhorn, Brienzer Rothorn, Tannhorn und Augstmatthorn hinunter zur Harder Kulm bei Interlaken. Der Weg bleibt lange im T3–T4-Bereich, ist aber durchgehend ausgesetzt; kurz vor dem Tannhorn wartet eine sehr luftige Schlüsselstelle (T5-), die manche als heikel beschreiben, in der Praxis aber machbar ist. Am Rothorn führen ein Tunnel und eine Galerie kühl durch den Fels. Die ganze Zeit begleitet einen das Panorama von Eiger, Mönch und Jungfrau bis zu Finsteraarhorn, Schreckhorn und Wetterhorn.
Tipp: Wasser ist das Thema. Auf dem Grat gibt es nichts; die einzige verlässliche Auffüllstelle ist das Berghaus am Brienzer Rothorn. Drei Liter pro Person reichen an heissen Tagen nicht, vier sind realistischer — wer oben kochen will, plant lieber mehr ein. Zeltplätze sind rar; man muss sich mit kleinen Senken auf dem Grat zufriedengeben.
Wie es bei mir war
Ein extrem heisses Juni-Wochenende, kalte Nächte waren nicht das Problem, dafür das Wasser: vier Liter pro Person, und das war auf der Grenze. Wir nahmen den Nachmittagszug nach Brünig-Hasliberg und stiegen zum Wilerhorn hinauf, wo wir das Zelt aufschlugen. Am nächsten Morgen früh weiter zum Brienzer Rothorn — plötzlich zehn Minuten Zivilisation, Gesicht waschen, Flaschen füllen. Die zweite Nacht verbrachten wir in einer Senke vor dem Tannhorn, heiss und erschöpft. Aber der Kaffee am nächsten Morgen mit der aufgehenden Sonne — dafür hat sich alles gelohnt.