Barrhorn
Der höchste Wandergipfel der Alpen: eine zweitägige Traverse vom stillen Turtmanntal über die Turtmannhütte auf 3610 m und hinunter ins Mattertal, mit dem Weisshorn direkt gegenüber.
Der höchste Wandergipfel der Alpen
Das Üssers Barrhorn (3610 m) gilt als höchster Gipfel der Alpen, den man ohne Seil, Steigeisen und Gletscherausrüstung erreichen kann — ein Dreitausender, der auf dem SAC-Wanderweg endet, mit direktem Blick hinüber zum Weisshorn und Bishorn. Kein Wunder, dass er längst Kultstatus hat.
Die Route ist eine Traverse: Tag 1 vom Turtmanntal — einem der stillsten Täler des Wallis, ohne Skilift und mit nur einer Handvoll Alpen — hinauf zur Turtmannhütte auf 2519 m, hoch über dem türkisen Turtmannsee. Tag 2 dann früh los: über Geröll und gesicherte Schrofen zum blauweiss markierten Grat, hinauf aufs Üssers Barrhorn, und der lange Abstieg über die Barr-Seiten und die Jungtalhänge hinunter nach St. Niklaus im Mattertal. Fast 3000 Höhenmeter bergab, nicht zu unterschätzen für die Knie.
Trittsicher muss man sein, schwindelfrei auch — der obere Aufbau ist wegloses Geröll mit Ketten an den heiklen Stellen. Aber technisch bleibt es Wandern; die Höhe und die Länge machen den Unterschied.
Tipp: Die Turtmannhütte früh reservieren, sie ist beliebt. Am Gipfeltag zeitig los, damit die Nachmittagsgewitter nicht am Grat einholen — und für den langen Abstieg ins Mattertal Stöcke einpacken. Bei Frost braucht es auf dem kleinen Gletscher möglicherweise Steigeisen, und beim Übergang vom Fels auf das Eis auf der Topalihütten-Seite kann sich ein Bergschrund öffnen. Am besten kurz die Hütte anrufen und die aktuellen Verhältnisse abfragen.
Titelbild: Whgler, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons.