Balmflue Südwände
Eine schöne Mehrseillängenroute im Solothurner Jura — Kalkkletterei im Grad 5a+ an den sonnigen Südwänden der Balmflue, mit Quergängen zwischen den Seillängen.
Kalk über dem Mittelland
Die Balmflue zieht sich als breites Wandband über Balm bei Günsberg durch die erste Jurakette, und die Südwände sind ihr Prunkstück: kompakter Kalk mit Platten, Leisten und Löchern, gut abgesichert und über mehrere Seillängen zu klettern. Grad 5a+ heisst hier saubere, anhaltende Kletterei mit einzelnen fordernden Zügen — nichts, was man erkämpfen müsste, aber genug, dass die Konzentration bis zum Ausstieg bleibt.
Die Route läuft nicht als Lot durch die Wand. Zwischen den Seillängen liegen Quergänge über Bänder und Absätze, die von einem Stand zum nächsten führen. Das gibt der Tour ihren Charakter — man arbeitet sich seitwärts durch die Wand und steht immer wieder frei über dem Tal —, verlangt aber Sorgfalt bei der Seilführung: Im Quergang will für den Nachsteiger kein Pendel entstehen.
Unter der Wand liegen die Dörfer des Solothurner Mittellands, dahinter bei klarer Sicht die ganze Alpenkette. Zustieg und Abstieg führen durch Buchenwald.
Der Einstieg ist etwas schwer zu finden. Am besten folgt man den blauen Punkten und irgendwann dem Abzweiger Richtung «SW». An der Wand gibt es mehrere Routen; man hält sich tendenziell rechts/östlich, um den Einstieg hinter einer etwas herausstehenden Felsrippe zu finden — kurz bevor ein Seil über eine abschüssige Stelle am Hang führt.
Tipp: Eine Frühlings- und Herbsttour. Die Wand schaut nach Süden, trocknet nach Regen rasch ab und ist schon im April warm — im Hochsommer wird sie über Mittag dafür zum Backofen. Im Herbst kommt der gelb gefärbte Buchenwald unter dem Einstieg dazu.