Ein Kletterer mit orangem Helm steht an einem Standplatz auf einem hellen Kalkturm im Südgrat der Balmflue, ringsum Bergföhren und darunter der frühlingsgrüne Jurawald.
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5. September 2026

Balmflue Südgrat

Lange Kalk-Mehrseillängentour im Grad 5c über Solothurn — viele Längen, wenig Wandgefühl, dafür ein Drahtseil mittendrin.

Viele Längen, wenig Wand

Der Südgrat der Balmflue ist eine der langen Touren der ersten Jurakette — deutlich mehr Seillängen, als man dem Jura zutraut. Big-Wall-Gefühl kommt trotzdem kaum auf: Zwischen den Kletterstellen liegen immer wieder Quergänge und Gehgelände, die den Grat in Etappen zerlegen. Man ist lange unterwegs, aber selten wirklich in der Wand.

Ein Stück lässt sich gar nicht klettern. Dort quert man an einem Drahtseil, gesichert und wenig elegant, aber es ist der einzige Weg weiter. Und die 5c-Längen sind das, worüber man hinterher redet: Für den Grad sind sie zäher als erwartet, kein Kalk zum Mitnehmen.

Wer einmal drin ist, bleibt drin. Der Rückzug aus dem Grat ist umständlich, deshalb fällt die Entscheidung unten am Einstieg — bei Wetter, Zeitplan und Form gleichermassen.

Tipp: Klassische Frühjahrs- und Herbsttour. Im Hochsommer ist es an der südseitigen Wand schlicht zu heiss, im Frühling und im Oktober dagegen ideal. Genug Zeit einplanen: Die Quergänge kosten mehr davon, als die Topo-Längen vermuten lassen.

Steht auf meiner Liste, aber noch nicht selbst geklettert — ein persönlicher Bericht folgt.

Titelbild: M M (Padmanaba01), CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons.