Schmale Kalkrippen, die aus der bewaldeten Wand der Klus von Moutier im Jura aufragen.
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5. September 2026

Arête Spéciale

Schmale Kalkgratkletterei im Grad 5c in der Klus von Moutier — eine Rippe aus der Wand, Zustieg und Abstieg zu Fuss ab Bahnhof.

Eine Rippe aus der Wand

Nördlich von Moutier verengt sich das Tal zur Klus, und die eine Wand darin ist keine Wand im eigentlichen Sinn: Sie ist in Rippen aufgelöst, schmale Kalkgrate, die aus dem Wald hochziehen. Man sucht sich eine aus und klettert sie. Die Arête Spéciale ist die bekannteste davon — die «Petite Arête», seit den Vierzigerjahren begangen und bis heute die Tour, für die man in die Klus fährt.

Geklettert wird über rund sieben Längen auf einem Grat, der wirklich schmal ist. Der Kalk ist gut und fest, die Kletterei wechselt zwischen kleingriffigen, reibungslastigen Passagen und steileren Stellen, an denen es dafür wieder Henkel und Risse gibt. Für den Grad 5c bleibt es angenehm plaisirmässig abgesichert; ausgesetzt ist es trotzdem von unten bis oben, links und rechts fällt es ab, und tief unten liegen Birs, Strasse und Bahnlinie.

Praktisch ist das Ganze fast schon unverschämt: Der Zustieg beginnt beim Bahnhof, führt gesichert der Birs entlang zum Einstieg, und abgestiegen wird zu Fuss statt abgeseilt — ein Einfachseil genügt. Vom Grataustieg ist man in einer guten halben Stunde wieder am Zug. Keine Hütte, kein Auto, kein Zustiegsmarathon.

Tipp: Frühling und Herbst. Im Hochsommer ist es in der Klus stickig heiss, dafür geht die Tour schon früh im Jahr, wenn in den Alpen noch alles zu ist. Helm anlassen — die Rippen sind bewachsen, und die Nachbarseilschaften sind an schönen Tagen zahlreich.

Steht auf meiner Liste, aber noch nicht selbst geklettert — ein persönlicher Bericht folgt.

Titelbild: Arkelin, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons.